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The Vladimir region is one of the oldest historical and artistic centers in Russia ... more


 
 Geschichte und Kultur von Vladimir und Umgebung

Geschichte und Kultur von Vladimir und Umgebung

Die Region Vladimir ist eines der ältesten historischen und künstlerischen Zentren Russlands. Die Gegend war schon vor 25 000 Jahren besiedelt, also in der Steinzeit. Später war Vladimir lange die Hauptstadt des Fürstentums Vladimir-Suzdal und ab dem Ende des 18. Jahrhunderts des Gouvernements Vladimir.

Das Großfürstentum Vladimir (1157-1362) entstand, als Großfürst Andrej Bogoljubskij die Hauptstadt des Fürstentums Rostov-Suzdal nach Vladimir an der Kljazma verlegte. Zur Gründung der Stadt selbst gibt es verschiedene Versionen: entweder wurde sie im Jahre 900 von Fürst Vladimir Svjatoslavitsch gegründet, oder erst 1108 von Fürst Vladimir Monomach. Unter Andrej Bogoljubskij und seinen Nachfolgern erlebte die Stadt ihre Blütezeit und in der zweiten Hälfte des 12. bis Beginn des 13. Jahrhunderts war sie das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum der Rus, wie der russische Staat zu jener Zeit hieß. Die Verlegung der politischen Hauptstadt der Rus nach Vladimir spielte eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des russischen Volkes und der russischen Nation. 1238 wurde der wirtschaftliche und politische Einfluss des Fürstentums Vladimir-Suzdal aber durch den verheerenden Angriff der Mongolen und Tartaren zerstört.

Das Fürstentum Vladimir-Suzdal hatte großen Einfluss auf die Entwicklung des restlichen Landes: Die Kultur des Fürstentums hinterließ tiefe Spuren in der Geschichte des gesamten nordöstlichen Teils der Rus und die Vladimirer Architekturschule galt als Vorbild für die Steinarchitektur Moskaus und zahlreicher anderer Städte. In der Zeit der Entstehung des Russischen Zentralstaats orientierten sich die Großfürsten Moskaus an den politischen und kulturellen Traditionen des Vladimirer Fürstentums.

1778 wurde das Gouvernement Vladimir gegründet, das sich in 14 Verwaltungsbezirke aufteilte, darunter Vladimir und Suzdal. Das Gouvernement Vladimir war eine der industriell am weitesten entwickelten Gegenden des europäischen Teils Russlands. Ab dem 18. Jahrhundert gab es Textilmanufakturen in mehreren Städten der Region und im 19. Jahrhundert war die Gegend bereits ein führendes Zentrum der Textilindustrie: 31% der gesamtrussischen Produktion an Baumwolle wurden im Gouvernement Vladimir hergestellt. Ab dem 18. Jahrhundert waren außerdem ein Eisenwerk und mehrere Glasfabriken in Betrieb, Ikonenmalereibetriebe sind schon ab dem 12. Jahrhundert bekannt. Der Großteil der Industriebetriebe befand sich außerhalb der großen Städte. Weit verbreitet waren im Gouvernement außerdem Handwerksbetriebe, einen wichtigen Platz nahmen dabei die Webereien ein. In ganz Russland hochgeschätzt waren die Vladimirer Maurer und Zimmermänner. Insgesamt dehnte sich das Gouvernement Vladimir Ende des 19. Jahrhunderts auf mehr als 46 700 km² aus, die Bevölkerung betrug 1 570 000 Einwohner. Es gab mehr als 1 350 Fabriken, in denen etwa 150 000 Arbeiter beschäftigt waren.

Die stürmischen Ereignisse des Revolutionsjahres 1917 berührten die Region um Vladimir kaum. Einschneidende Veränderungen erlebte die Region erst mit der Industrialisierung Russlands nach der Revolution. Zahlreiche Betriebe im Bereich von Textilindustrie, Maschinen-und Gerätebau, Chemie- und Glasindustrie wurden errichtet. 1929 wurde das Gouvernement Vladimir aufgelöst und seine Bezirke an die Regionen Moskau, Ivanovo und Gorkij (heutiges Nischnij Novgorod) angeschlossen. In den Jahren des Zweiten Weltkriegs trug die Gegend um Vladimir durch ihre Rüstungsindustrie wesentlich zum Sieg der Russen bei. Von besonderer Bedeutung war dabei die Waffenfabrik in Kovrov. Am 14. Januar 1944 wurde die Region Vladimir wieder zu einer eigenen administrativen Einheit. Das Gebiet und mehrere seiner Städte wurden mit verschiedensten Auszeichnungen und Titeln bedacht, die die Entwicklung der Kultur und Wirtschaft der Region hervorheben.

Die Region Vladimir liegt im Zentrum des europäischen Teils und im wirtschaftlichen Zentrum Russlands. Sie erstreckt sich zwischen den Flüssen Oka und Wolga und zu beiden Seiten der Kljazma. Die Fläche der Region beträgt 29 000 km², 280 km von West nach Ost und 170 km von Nord nach Süd. Landschaftlich gesehen ist die Region eine gewellte Ebene, die sich in Richtung Südosten leicht abneigt. Das Land ist stellenweise leicht hügelig und gleichmäßig von Flüssen durchflossen. Die Region ist mit einem weiten Netz von kulturellen und künstlerischen Einrichtungen ausgestattet, das den Bewohnern eine große Auswahl an Freizeitbeschäftigungen bietet. Zu den Einrichtungen zählen 13 Museen, darunter zwei von staatlicher Bedeutung: Das Vladimir-Suzdaler Museum in Vladimir und das Museum in Aleksandrov. Weitere bedeutende Einrichtungen sind die Philharmonie der Region, das Zentrum für Chorgesang, das Drama- und das Puppentheater in Vladimir, das Theater in Aleksandrov, das Zentrum für Volkskunst und bildende Künste sowie das Künstlerhaus. In den letzten zwei Jahren hat sich die Zahl an Folklore-Gruppen von 62 auf 115 erhöht und in der Region Vladimir findet seit 1986 regelmäßig das Fest der russischen Volkstänze statt. Für die Ausbildung von Spezialisten für Tanz, Theater und Folklore gibt es das College für Kultur und Kunst der Region Vladimir.

Vladimir ist ein wichtiges Tourismuszentrum. Das Wichtigste bei einem Besuch unserer Region ist das Entdecken der architektonischen und historischen Sehenswürdigkeiten und Museen. In der Region Vladimir bleiben bis heute einzigartige Bauwerke aus dem 12.-16. Jahrhundert erhalten, die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden – darunter zum Beispiel die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale, die Dimitrios-Kathedrale, das Goldene Tor und die Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche an der Nerl. 16 Städte und Gemeinden stehen auf der Liste Russlands von Orten mit historischer Bedeutung.

Insgesamt gibt es in Vladimir und Umgebung 2 577 historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten, die heute noch in Verwendung sind, darunter 397 kirchliche Institutionen. Alles in Allem stehen auf der staatlichen Liste für diese Region 3 589 sehenswerte Orte, darunter zahlreiche historisch und architektonisch bedeutende Städte und mehrere Bauwerke, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen.





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